
Wir hatten also den Entschluss gefasst, dem
CityEL einen neuen eMotor samt Regelelektronik zu spendieren. Der
original Motor ist ein Doppelschlussmotor (auch Verbund- oder
Compound-Motor genannt) der dänischen Firma Thrige Titan Electric. Er
hat eine Nennleistung von 2,5 kW (max. 3,6 kW) mit Gebläsekühlung und
war in der Lage den CityEL auf bis über 60 km/h zu beschleunigen. Unser
Fahrzeug hatte eine Typisierung für 45 km/h. Wenn wir den original
Motor durch einen besseren ersetzen wollen, müssen wir darauf auchten,
dass wir die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ungefähr einhalten.
Bei dem neuen Motor mussten wir nicht lange überlegen, weil ein
Scheibenläufermotor von einem anderen Versuch gerade übrig war. Das ist
auch genau der Motor, der den alten Compound-Motor im neuen CityEL
ersetzt.
Das CityEL wird noch produziert und von der
Firma Smiles AG vertrieben.
Er wird mit dem Scheibenläufermotor an der Hinterachse mit
Kraftübertragung über Duplex-Kettentransmission und einer Nennleistung
2,5 bis 4,5 kW angeboten. Die Betriebsspannung bertägt dabei 48V. Das
CityEL hat ein Leergewicht von 160 kg und ein zulässiges Gesamtgewicht
von 400 kg.
Unser CityEL soll zwar mit
dem gleichen Scheibenläufermotor ausgestattet werden, aber wir wollten
die maximale Leistung des Motors ausschöpfen. Und die beträgt bei 72V
Betriebsspannung 7,2 kW (das sind ca. 10 PS). Nenndrehmoment und
Maximalmoment bleiben gleich. Bei 72V dreht unser Motor 3450 U/min.
Würde man nun den eMotor 1:1 auf die Hinterachse übersetzen, dann wäre
die theoretische Höchstgeschwindigkeit 330 km/h.
Das wäre zwar schön gewesen, aber wir hatten Bedenken, dass bei dieser
Geschwindigkeit das Cabrioverdeck unter Umständen zu laut ist oder sich
während der Fahrt ganz verabschiedet.
Daher mussten wir eine
entsprechende Untersetzung finden. Der Einfachheit halber wollten wir
diese Untersetzung mittels Zahnriemen erreichen. Eine Zahnscheibe
musste auf der Antriebsachse sitzen, die andere, kleinere, auf dem
Motor. Die große Zahnscheibe hatte 90 Zähne bei entsprechender Teilung.
Größer ging es nicht, weil sonst die Scheibe einen zu geringen Abstand
zur Fahrbahn gehabt hätte. Die kleine Scheibe hatte 22 Zähne, was eine
Untersetzung von ca. 1:4 ergab und eine Endgeschwindigkeit von 80 km/h.
Da wir aber im Vorfeld keine Ahnung hatten wie der Motor mit den 400 kg
des CityEL umgehen bzw. zurecht kommen würde, wollten wir diese
Anordnung ausprobieren. Elektronisch konnte man den Motor immer noch
drosseln. Vom Gewicht her waren 6 Blei-Vlies-Akkus von je 18 kg
vorgesehen.
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